Startseite | Projekt-Beschreibung | Bilder & Zeitungsartikel | Tipps zum Nachmachen | Impressum







Im Folgenden beschreiben wir unsere Erfahrungen als Anregungen für diejenigen, denen die Idee so gut gefällt, dass sie auch ein “Denk-mal Zukunft” errichten wollen. Natürlich sind im Einzelnen und in der Abfolge hundert Varianten möglich.


1. Partner suchen

Eine einzelne Person sollte sich auf jeden Fall eine zweite suchen, weil die Organisationsschritte vielfältig sind und auch frustrierend sein können; außerdem macht's zu zweit mehr Spaß. Auch als Gruppe sollte man sich Projektpartner suchen, um von Anfang an möglichst viele für die Idee des Zukunftsbewusstseins zu begeistern. Besonders schön ist es, wenn es - wie bei uns - gelingt, Jugendliche einzubeziehen. Denn es geht ja besonders um deren Zukunft! Bei politischen Entscheidungsträgern (s. Punkt 3.) und Sponsoren (s. Punkt 7.) bringt die Beteiligung von Jugendlichen starke Pluspunkte. Die direkte Ansprache der SMV einer benachbarten Schule kann ein erster Schritt sein; wenn der nicht gelingt, kann man eine ökologisch engagierte Lehrperson ansprechen. Leicht zu gewinnen sind natürlich Naturschutz-Jugendgruppen.


2. Platz auswählen

Das “Denk-mal Zukunft” sollte an einem öffentlich zugänglichen, ruhig gelegenen, aber stark frequentierten Platz stehen, z.B. in einem Park oder auf einer kleinen Grünfläche. Gut ist es, wenn man zwei zur Auswahl hat. Denn es geht dann darum...


3. Genehmigung einholen

Der Eigentümer der Fläche (z.B. Stadt, Sparkasse oder Kirchengemeinde) muss natürlich dem Projekt zustimmen. Handelt es sich um ein städtisches Gelände, sollte man versuchen, den Bürgermeister als Schirmherrn oder wenigstens Unterstützer zu gewinnen, damit die unteren Verwaltungsbehörden (Grünflächenamt, Bauamt) leichter mitziehen. Bei uns musste der städtische Gemeinderat zustimmen, was zwar Zeit, aber keine Mühe kostete, da alle Fraktionen einverstanden waren; ein bisschen vorbereitende Lobbyarbeit half wohl dabei.


4. Bäume aussuchen

Beratung bekommt man in einer großen Baumschule. Die Art und Anzahl der Bäume hängt von der zur Verfügung stehenden Fläche ab. So mussten wir sehr schlanke Bäume (Vogelbeerbäume) wählen und konnten nur drei Stück pflanzen. Auf jeden Fall auf den späteren Kronendurchmesser achten! Die Bäume, die im Halbkreis um Stein und Kasten stehen sollen, müssen Platz genug zum Wachsen haben, sollen aber nicht zu weit auseinander stehen, damit man das Ensemble erkennen kann. (Wir haben zusätzlich kleine Büsche zwischen die Bäume gepflanzt.) Die Bäume sollten nicht zu klein und jung sein (z.B. einen Stammdurchmesser von ca. 4 cm haben), damit das Denk-mal von Anfang an nach etwas aussieht. Es sollten Laubbäume und auf jeden Fall einheimische Bäume sein; schön, wenn sie im Frühjahr sichtbar blühen und sich im Herbst bunt verfärben. Unsere Bäume haben je 100 Euro gekostet.


5. Naturstein aussuchen

Der Stein sollte ca. 1,50 m hoch sein, bei größerer Zahl der Bäume auch höher. Es darf kein importierter Stein sein (Kinderarbeit!), am besten einer aus der Region. Steinmetz- und Grabsteinbetriebe haben eine größere Auswahl als z.B. Landschaftsgärtner. Wir bekamen besonders günstig einen “Secondhand”-Grabstein, d.h. von einem aufgelassenen Grab, der natürlich aufgearbeitet werden musste. Inklusive Beschriftung und Setzen kostete der Stein ca. 1.000 Euro; bei neuwertigen oder größeren Steinen kommt man eher auf 1.500 Euro. Bei der Beschriftung muss man darauf achten, das der Stein nachher nicht wie ein Grabstein aussieht. Wir haben deshalb für die Gravur eine grüne Farbe und die Schrägstellung der Schriftzeilen gewählt (s. 3. Bild). Der Stein braucht ein Betonfundament, damit er nicht umgestoßen werden kann (s. 2. Bild).

6. Holzkasten herstellen lassen

Der Holzkasten neben dem Stein, der für die “Botschaft” des Denkmals wichtig ist, sollte möglichst massiv und ebenfalls gut fundiert sein, weil auch für ihn Umstoßen oder andere Beschädigung eine Gefahr ist (unserer ist mit Hilfe eines Stahlschuhs in einem Fundament verankert). Er sollte etwa hüfthoch, aber nicht höher als der Stein sein (unserer ist zu groß und wird noch gekürzt). Auf einer Säule ist ein etwa DIN A5 großer Kasten mit einem Deckel angebracht.
Aufgrund bisheriger Erfahrungen raten wir dringend, den Kasten sehr stabil und aus Metall anfertigen zu lassen. Unser hölzener Kasten hat mehrfach zu Abfackel-Versuchen provoziert und konnte zu leicht demoliert werden. Auf dem Deckel macht ein großes Fragezeichen neugierig und verlockt zum Öffnen. Im Kasten liegen Handzettel (s. Punkt 8.). Es wurden in 3 Jahren über 2000 Blätter mitgenommen, aber immer mal wieder eine Handvoll verstreut. Deshalb nur in kleinen Portionen nachlegen! Als dauerhafte Information haben wir auf der Holzsäule ein Metallschild angebracht mit der Webadresse und einem QR-Code, der direkt zum Download des Informationsblattes führt.


7. Finanzierung

Die Kosten für die Bäume haben die drei Partnergruppen gerne übernommen. Der Holzkasten wurde in einer Förderwerkstatt umsonst erstellt, kostete nur das Material, insgesamt ca. 150 Euro. Die beiden Fundamente wurden uns aus Sympathie für die Idee von einer Reservistenvereinigung umsonst gegossen. Für den relativ teuren Stein muss man sich größere Spenden oder die Finanzierung durch eine Stiftung oder von Sponsoren (z.B. Sparkasse) erbitten. Je nach Zahl der Bäume, Qualität des Steines und Art der Kasten-Herstellung muss man insgesamt mit rund 2.000 Euro rechnen.


8. Infoblatt erstellen

Der Handzettel im Kasten soll den Sinn des “Denk-mal Zukunft” erläutern und vor allem möglichst konkrete Anregungen geben, wie sich das Denken an die Zukunft auf das Handeln im Alltag auswirken kann. Er sollte möglichst wenig Text und nur knappe Stichworte enthalten, Begründungen nur dort, wo diese noch nicht allgemein bekannt sind. Der Versuchung, alle ökologischen und sozialen Aspekte anzusprechen, sollte man widerstehen. Wichtigste Punkte hervorheben! “Weniger ist mehr” muss man bei einer Information, die ein breites Publikum ansprechen soll, unbedingt beachten. Hinweise auf örtliche Bezugsquellen oder Web-Adressen sind sicher sinnvoll. (Den Text unseres Blattes als Beispiel findet man in der PDF-Datei im Menu “Projektbeschreibung”.)


9. Platz vorbereiten

Sind alle Puzzle-Teile vorbereitet, kommt als vorletzter Schritt das Abstecken des Geländes. Für die Bäume, den Stein, den Kasten müssen Platzierungen gewählt und markiert werden (s. 1. Bild). Dann werden die Fundamente gegossen, die Pflanzlöcher gegraben, der Stein gesetzt (2. Bild) und verhüllt. So ist alles vorbereitet für den letzten Schritt:


10. Einweihung

Nachdem mit allen Beteiligten (Bürgermeister!) ein Termin abgesprochen war, wurde die örtliche Presse benachrichtigt, das regionale Fernsehen kam leider nicht. Vertreter der Stadt, die Sponsoren und Spender wurden eingeladen. Es sollte eine richtige Einweihungsfeier werden. Nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister erläuterten wir Initiatoren den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang für dieses ungewöhnliche Denkmal, also seinen Sinn. Die Projektpartner pflanzten ihre Bäume und sagten ein paar Worte zu ihrer Motivation für dieses Projekt. Schließlich wurde der Stein enthüllt … und Beifall brauste auf! Am Schluss gab es im Freien neben dem denkwürdigen Denk-mal eine kleine Bewirtung.


Wir hoffen und wünschen, dass alle Nachahmer so viel Spaß und so gutes Echo dabei haben werden wie wir, die Murrhardter Gruppe des Netzwerkes “Aufbruch - anders besser leben”


Tipps zum Nachmachen: PDF-Download


Falls es zu einem neuen “Denk-mal Zukunft” kommt, lasst uns den genauen Ort wissen über info@denk-mal-zukunft.de, ggf. mit Link zu Eurer Website!